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News - 14.09.2006Schriftwechsel Robin Wood / Papier Union: Aktivitäten APRILs in der Region RIAU |
Von: Jens Wieting, Robin Wood, 11.08.2006 00:05 An: Papier Union David Wischmann
| Von: David Wischmann, Papier Union, 04.09.2006 12:34 An: Jens Wieting, Robin Wood
| Thema: 2005 460 Hektar Regenwaldrodung täglich durch APRIL und APP/ Im Juli 1.419 Waldbrände in Riau (17% davon in APRIL-Konzessionen) | 
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| Sehr geehrter Herr Klippgen, sehr geehrter Herr Wischmann,
Aus aktuellen Daten des WWF Indonesien geht hervor, dass APP und APRIL im Jahr 2005 zu- sammen etwa 460 Hektar Regenwald täglich vernichtet haben. Beide Unternehmen haben etwa die gleiche Kapazität und versagen gleicher- maßen dabei, ihren Rohstoffbedarf aus Planta- gen zu decken.
Beide Konzerne beziehen immer noch 70 Prozent ihres Rohstoffs aus dem Regenwald. 2005 hat Indonesien nach offiziellen Angaben 3,5 Millionen Hektar Waldfläche verloren, mehr als jedes an- dere Land der Welt. Wie aus dem WWF-Bericht hervorgeht, ist die Waldfläche der Provinz Riau innerhalb der letzten 20 Jahre um mehr als die Hälfte geschrumpft. Hauptursache ist die Um- wandlung von Wald in Plantagen für die Papier- und Palmölindustrie. Der restliche Wald ver- schwindet schneller als je zuvor. Die Entwal- dungsrate der Provinz ist von 2,2 Prozent im Jahr 2002 auf 6,8 Prozent 2005 gestiegen. Außerdem zeigen die neuen WWF-Daten, dass die Papierindustrie im Jahr 2005 für 85 Prozent des Waldverlustes in der Provinz verantwort- lich war.
Mehr: http://www.wwf.or.id/attachments/pdf/Eleventh HourRiau'sForests.pdf
| Sehr geehrter Herr Wieting,
wir halten es für wichtig, zur Beurteilung der Aktivitäten APRILs in der Region RIAU (Sumatra) wie folgt ergänzend aus dem aktu- ellen Monitoring Bericht des WWF (Stand: Juni 2006), auf den Sie ebenfalls Bezug nehmen, zu zitieren:
"APRIL hat sich im Juli 2005 verpflichtet, keine Einschläge mehr in sog. HCVF High Conserva- tion Value Wäldern innerhalb seiner Konzes- sionsgebiete (Stand: Januar 2005) vorzu- nehmen. ... Zugleich hat APRIL zugesichert, grundsätz- lich keinerlei HCVF Holz, egal aus welchen globalen Quellen, in seinen Zellstoffwerken zu verarbeiten. Darüber hinaus hat APRIL zuge- sichert, für seine sämtlichen Konzessions- gebiete ... HCVF Überprüfungen durchzu- führen. Dabei soll Firmenpersonal eingesetzt werden, das zuvor durch die englische Beratungsfirma ProForest, die die Grund- lagen für das indonesische HCVF Tool mit entwickelt hat, geschult wurde. Sämtliche Ergebnisse dieser HCVF Assess- ments sollen dem WWF und einer unabhän- gigen Drittinstitution zur Überprüfung zugänglich gemacht werden, um dann gemeinsam die letzt- gültigen Verläufe der HCVF Areale festzulegen." Es wird in dem Bericht weiter ausgeführt, dass aktuell die Untersuchungsergebnisse für sechs der sieben Konzessionsgebiete APRILs zwi- schen ProForest, WWF und APRIL teilweise kontrovers diskutiert werden. Für das siebte Konzessionsgebiet, den sog. Libo Forest Block, in dem es vor wenigen Monaten zu dramati- schen Elefanten-Tötungen gekommen war, hat APRIL ein bis auf weiteres gültiges Ein- schlag-Moratorium erklärt.
Weiter heißt es in dem Monitoring Bericht des WWF: "APRIL erhielt kürzlich (in Jan 2006) die Zer- tifizierung seiner Plantagen gemäß dem LEI Indonesischen Ecolabel Institute. Das ist eine ermutigende Bestätigung dafür, dass APRIL seine Holzplantagen professionell managed, sobald diese angelegt sind...." "Seit September 2002 haben weder die WWF Waldpolizei noch EoF Inspektoren bei APRIL Holzbezüge aus illegalen Quellen festgestellt. Die jährlichen Untersuchungen von APRILs Holzversorgung durch die FSC-akkreditierte Auditierungsfirma SGS kommen offenbar zum selben Ergebnis. Zudem hat APRIL seine Ein- schlagaktivitäten in sieben Konzessionsgebie- ten gestoppt, deren Lizenzvergabe durch die Distriktverwaltung aktuell durch das indone- sische Forstministerium rechtlich überprüft wird."
Jüngste Untersuchungen von Jikalahari (eine Umweltallianz in RIAU) gäben allerdings Hin- weise darauf, dass APRIL möglicherweise Holz aus fragwürdigen Lizenzgebieten von Drittliefe- ranten in seinem Zellstoffwerk Kerenci, RIAU, angenommen hat. Der WWF hat APRIL aufge- fordert, bis zum Abschluss der Überprüfung kein weiteres kein Holz mehr aus diesen Quel- len zu beziehen. Dem ist APRIL zwischenzeit- lich nachgekommen.
Der WWF Bericht geht letztlich auch auf das neue Projekt APRILs auf der Kampar Halbinsel ein, das derzeit in der Überprüfung sowohl durch ProForest hinsichtlich des HCVF Gehalts als auch durch das indonesische Forstministe- rium hinsichtlich der Rechtsgültigkeit der Flächennutzungspläne für die Region ist.
Umweltorganisationen haben in diesem Zusam- menhang eine Umwandlung der gesamten Halb- insel in ein Naturschutzgebiet beantragt. Seitens APRIL liegt eine Planung mit teilweise wirtschaftlicher Nutzung von bereits degra- dierten Randzonen der Halbinsel in Form von Akazienplantagen vor. Hier bleiben weitere Er- gebnisse des Gesamtprozesses abzuwarten. Indes kann auch hier festgestellt werden, dass von illegalen Handlungen APRILs nicht ge- spochen werden kann.
Zurecht weisen Sie darauf hin, dass APRIL seine Anstrengungen in Richtung einer nach- haltigen Bewirtschaftung seiner Waldflächen und seiner gesamten Zellstoff- und Papierfabri- kation weiter erhöhen muss, wenn es das selbsterklärte Ziel einer 100%igen Holzversor- gung aus nachhaltiger Plantagenbewirtschaf- tung bis 2009 erreichen will. Die uns bekannten diesbezüglichen Teilergebnisse mit jährlichen Neuanpflanzungen in einer Größenordnung von über 50.000 Hektar zeigen, dass APRIL willens und in der Lage ist, diese Ziele auch zu erreichen.
Ein professionelles Plantagenmanagement, das i. ü. auch ökologischen Belangen Rechnung trägt, wird APRIL in Form des LEI Zertifikats - LEI und FSC arbeiten ja bekanntlich eng zu- sammen - ausdrücklich bestätigt.
Nach alledem leistet APRIL nach unserer Ein- schätzung ganz wesentliche Beiträge dazu, den von Ihnen zurecht beklagten fortgesetzten Schwund an Naturwaldflächen in der Provinz RIAU zu stoppen. Nicht zuletzt in Form des Tesso Nilo Projekts, an dem APRIL als Kon- zessinär betroffener Waldgebiete maßgeblich und aktiv beteiligt ist und dessen Umwandlung in ein Naturschutzgebiet zwischenzeitlich erreicht werden konnte.
| Im Juli wurden knapp 1.500 Waldbrände in der Provinz registriert, 17 % - das entspricht etwa 250 Bränden - in den von APRIL bzw. APRIL- Partnern geplünderten Waldgebieten. In der ge- samten Region herrscht erneut erhebliche Luft- verschmutzung mit hoher Gesundgefährdung für die Bevölkerung, insbesondere da geschützte und ökologische sensible Torfwälder kahl geschlagen werden, in denen die Brandgefahr kaum zu kontrollieren ist.
Put out fires by stopping conversion on peat lands, August 7, 2006 An Eyes on the Forest Report on Forest Fires July was the month worst hit by forest and land fires in Indonesia.
According to MODIS Web Fire Mapper, 29.4% of the total hotspots in Indonesiain July occurred in Riau Province, with 1,419 hotspots in total. The province was also responsible for causing 36.9% of the total hotspots in Indonesiabetween 1 January and 31 July 2006. 25 July alone saw the largest number of hotspots per day this year, with 445 hot- spots. The haze in Riau has been forcing people to wear masks and turn on their vehicles' lights during the day due to low visibility, even to 50 me- ters. Several flights were delayed or cancelled. It is reported that the haze reached Malaysia, Singapore and Thailand.
Full report can be found at: http://www.eyesontheforest.or.id/eofnew/070806.pdf
Forest Fire Interactive Map has been uploaded. It can be found at: http://maps.eyesontheforest.or.id/ Home/index.html
Wir fordern Sie eindringlich auf, das Geschäft mit APRIL sofort zu beenden.
Mit freundlichen Grüßen Jens Wieting (ehrenamtlich aktives Mitglied von Robin Wood, für Kontakt zum Robin Wood-Fachreferat Tropenwald: tropenwald@robinwood.de)
| Sie verweisen weiter auf das besonders in den Sommermonaten stark zunehmende Problem von Bränden und Rauchentwicklung auf Sumatra und in der Region RIAU und stellen einen Verantwortungs-Zusammenhang zu APRIL her.
Auch hier möchten wir aus dem von Ihnen an- gefügten EoF-Dokument ergänzend zitieren: "Die meisten Brände werden durch ortansässi- ge Einwohner bei der Umwandlung von Wald in Plantagen verursacht" (Stellungnahme des Leiters des regionalen Umweltzentrums Sumatra).
Mit anderen Worten: Die Mehrzahl aller Brände resultuieren aus illegalen Brandrodungen ein- zelner Akteure vor Ort und sind keineswegs von APRIL verursacht oder zu verantworten, auch wenn sie teilweise auf Konzessions- flächen des Unternehmens erfolgen.
Aus den im o. g. Dokument angeführten sog. Hot Spot Satelliten-Untersuchungen ergibt sich, dass ca. 1/3 aller beobachteten Brände in Holz- konzessionen lagen, davon wiederum 27 % auf Konzessionsflächen von APRIL. Tatsächlich ent- fallen also "nur" ca. 9-10 % aller in RIAU beob- achteten Brände auf solche Flächen, für die APRIL Konzessionen hat. Berücksichtigt man, dass APRIL neben APP mit über 380.000 Hektar der größte Konzessionär in RIAU ist, erscheint uns schon rechnerisch ein besonderer Ursa- chenzusammenhang nicht gegeben. Zudem hat sich im Vergleich mit 2004 und 2005 die Anzahl der Hot Spots in den APRIL Gebieten deutlich zurück entwickelt, was nahelegt, dass dieses Problem von APRIL erkannt und nachhaltig bekämpft wird. Auch wenn das Un- ternehmen nicht Verursacher der Brände ist.
Abschließend möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass die Papier Union ausschließlich solche Papiere APRILs handelt, für die Holz aus gem. LEI zertifizierten, professionell gemanag- ten Plantagen eingesetzt wird.
Mit freundlichen Grüßen
David Wischmann Papier Union GmbH Leitung Marketing Office + Retail
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