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Green Printing
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Ist umweltschonendendes Drucken überhaupt möglich?
 


| Der schonende Umgang mit Ressourcen ist heute Bestandteil vieler Auftragsvorgaben für Agentur- und Druckjobs. Was damit gemeint ist, wird allerdings oftmals undeutlich formuliert. Am ehesten erhält man noch konkrete Vorgaben für die Papierwahl: FSC- oderPEFC-zertifiziert soll es sein, Recycling oder sogar 100 % Altpapier und mit dem Blauen Engel ausgezeichnet.
Doch wie steht es mit der Druckerei? Was steckt hinter dem Stichwort "Green Printing"?
Um das FSC- oder PEFC-Siegel tragen zu dürfen, müssen alle Mit-glieder der Verarbeitungs- und Handelskette (Chain of Custody) zertifiziert sein. D. h. sie müssen lückenlos nachweisen können, aus welchen Quellen das verkaufte oder verarbeitete Papier und seine Rohstoffe stammen. Wie schonend der Verarbeiter dabei mit den Ressourcen umgeht – mit Wasser, Energie, Druckfarben etc. – darüber sagen diese Zertifikate - ebenso wie der Blaue Engel - nichts.
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| Ressourcen schonendes Arbeiten sowie der Einsatz von umwelt-verträglichen Produktionsmitteln werden nach den Bestimmungen der EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) bzw. der DIN-Norm EN ISO 14001 geprüft. Sie stehen für ein zertifiziertes Umwelt-Management des jeweiligen Betriebes. Laut Auskunft des Deutschen Instituts für Normung (DIN) sind zur Zeit nur rund 50 Druckereien nach dem ISO-Standard geprüft. Das EMAS-Register (www.emas-register.de) listet im Bereich "Verlags- o. Druckgewerbe, Vervielfältigung" knapp über 40 Betriebe auf. „Von den etwas mehr als 15.000 Druckereien in Deutschland lassen sich zunehmend weniger nach diesen Normen zertifizieren“, wissen auch die Mitarbeiter des Bundesverbandes Druck und Medien. | 

| Der Grund: „Der Hype ist vorüber. Diese Zertifizierungen wurden von vielen Druckereien im Wesentlichen als Marketing-Instrument genutzt. Aber in den Köpfen der Beteiligten hat sich der Gedanke, der dahinter steht, nie richtig verankert. Deswegen lassen sich heute eigentlich nur noch solche Druckereien nach EMAS oder ISO 14001 zertifizieren, die für Großkunden arbeiten und diesen das Zertifikat vorlegen müssen.“
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Der Druckprozess verbraucht Papier, Energie, Farben, Alkohol, Wasser, Puder und Reinigungsmittel. Neben fertigen Brosschüren, Büchern oder Zeitschriften produziert er auch Makulatur, Reste verschmutzen Alkohols und anderer Reinigungsmittel, Puderstäube etc.
 | Durch die Entwicklung moderner Technologien lassen sich viele Ressourcen deutlich effektiver nutzen. Auch Makulatur und Emissionen könnte man so reduzieren. Aber in diese neuen Technologien müssten Druckereien viel Geld investieren – etwas, was sich nur wenige leisten können. Denn erhöhte Preise durch Umweltschutz-Maßnahmen lassen sich auf dem heutigen Markt nicht durchsetzen. |
Das heißt jedoch nicht, dass in Druckereien überhaupt nichts in Sachen Umwelt passiert.
 | So werden z. B. bereits fast 90 % aller Druckjobs mit lösemittelfreien Farben auf Basis von Raps- oder Mineralöl gedruckt. |  | Durch Wärmerückgewinnung tragen die Druckmaschinen in einigen Betrieben bereits erheblich zur Heizung des Gebäudes bei. |  | Spürbare Verbesserungen gibt es auch beim Abfall und beim Puder. Schon durch den Einsatz verbesserter Filtersysteme ging die als Sonderabfall zu entsorgende Abwassermenge deutlich zurück. |  | Auch beim Einsatz von Alkohol im Feuchtmittel beginnen die Druckereien umzudenken. Wenn Druckmaschinen unter 8 bis 9 Prozent Alkoholzusatz liegen oder sogar alkoholfrei drucken, sinkt der Ausstoß an gesundheits- und umweltschädlichen flüchtigen Kohlenwasserstoffen drastisch. Der gleiche Effekt ergibt sich durch die Verwendung von hochsiedenden Reinigungsmitteln in Tuch- und Bürstenwascheinrichtungen. |
Kleine Schritte – doch die großen sind meist erst möglich, wenn die Kunden bereit sind, entsprechende Maßnahmen zu fordern – aber auch zu bezahlen.
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